Vom »Himmel« in die Hölle
Nun ist es soweit, dass Provider der verlängerte Arm der Justiz sind. Der Provider, laut ARD Strato, bemerkte, dass auf einem Server viel Traffic aufkam. Nun gut, dass muss ja nichts heißen, Linux-Distributionen zum Beispiel können locker vier Gigabyte und mehr beanspruchen. Aber was schert sich eigentlich ein Provider über zuviel Traffic? Mehr Traffic bedeuten in der Regel doch höhere Einnahmen. Oder hatte gar der Kunde einen Server mit unlimited Traffic und wurde das dem Hoster zuviel, weil seine Mischkalkulation zu platzen droht und suchte jetzt nach einer Lösung, diesen Kunden loszuwerden?
Was aber war wirklich auf dem Server? Das law blog schreibt dazu folgendes:
Man braucht die Ermittlungsakten nur halbwegs gründlich zu lesen, um festzustellen: Das betreffende Portal galt keineswegs als Geheimtipp für Kinderporno-Konsumenten. Vielmehr wurde es auch als Adresse für (derzeit noch legala) Lolita- und Teen-Bilder gehandelt.
Weiter heißt es beim law blog:
Bei meinem Mandanten wurden Büro und Wohnung durchsucht. Seine Frau und sein Chef zogen schon zu Beginn der Aktion die naheliegenden Konsequenzen. Dass mein Mandant nach Monaten einen schmucklosen Einstellungsbescheid ohne ein Wort des Bedauerns erhielt, interessierte sie nicht sonderlich.
Über das Umgangsrecht mit den Kindern wird demnächst entschieden.
Und wieder eine Existenz zerstört.
Urheber dieser zweifelhaften Aktion ist, wie auch damals, Oberstaatsanwalt Vogt. Damals wurden alle Kreditkarteninstitute aufgefordert, alle Kreditkarten nach nach Suchkriterien wie bestimmte Geldsummen oder Stichwörter zu durchsuchen. Da aber auch unbescholtene Bürger in das Raster geraten waren, zog zumindest einer in Erwägung, Strafantrag gegen die Bank zu stellen. Schon damals hat man mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Es wurden lediglich 322 Verdächtige ermittelt und einige Existenzen vernichtet.
Und heise.de berichtet, dass einige hundert Ermittlungen bereits abgeschlossen sind. Kein Wort von Verurteilung. Abgeschlossen heißt meistens: Verdacht nicht erhärtet.
Siehe auch Verschärfung Sexualstrafrecht


[...] heise.de berichtet, werden viele Ermittlungen der Operation »Himmel« eingestellt. Von etwa 500 Verdachtsfällen in Köln würden allerdings nur eine Handvoll [...]
Dezember 29th, 2007 at 16:46[...] Wieviele Menschenleben wurden diesmal durch solch eine Aktion
Januar 28th, 2008 at 17:07zerstört? Mindestens eines. [...]
[...] ich schon damals als sinnlose ABM bezeichnete, wird heute
Juli 16th, 2008 at 02:44bestätigt: Durchsuchung bei Operation Himmel war rechtswidrig. Nur,
wo ist jetzt dieser Skandal in den [...]